Energieeffizienz Sanierung ist seit dem 28.07.2022 ein zentrales Thema bei Sanierungen. Der „schlechteste“ förderfähige Effizienzhausstandard für Sanierungen ist der BEG-85-Standard. Mit den kommenden gesetzlichen Änderungen werden schrittweise weitere förderfähige BEG-Effizienzhausstandards wegfallen. Es wird bereits erwartet, dass der Effizienzhausstandard 70 ab 2025 verpflichtend wird.
Erreichung der Effizienzhausstandards
Die Erreichung des Effizienzhausstandards 70 EE – mit einer Beheizung durch mindestens 65% erneuerbare Energie – erfordert für ein Worst-Performance-Building eine Verbesserung von 5 + 5 + 10 %. Für den Effizienzhausstandard 55 EE wären es 15 + 5 + 10 = 30 % zuzüglich eines zinsvergünstigten Darlehens.
Für Einzelmaßnahmen zur Energieeffizienz Sanierung ist die jährlich ansetzbare Investitionssumme auf maximal 600.000 € begrenzt, was bei einer Grenze von 10 Wohneinheiten gilt. Die Förderung für diese Einzelmaßnahmen ist an energetische Anforderungen gebunden, die dem Effizienzhausstandard 55 entsprechen. Der Zuschuss wurde jedoch von 20 % (25 % mit iSFP-Bonus) auf 15 % (20 %) reduziert.
Energieeffizienz Sanierung: Die Bedeutung von Dämmung und Platzverhältnissen
Bei der Energieeffizienz Sanierung ist die Wahl der richtigen Dämmung entscheidend, um die Effizienz des Gebäudes zu steigern. Wenn zum Gebäude, zur Grundstücksgrenze und unter den Sonden ist ein Mindestabstand von 6 m einzuhalten ist, kann bei kleinen Grundstücken dies sehr schnell ein begrenzender oder Sole-Wasser-Wärmepumpen ausschließender Faktor werden. Zudem ist die Erdwärmesonde kostenintensiv. Dafür ist eine solche Anlage deutlich effizienter als eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, da sie auch ohne Elektro-Direktheizung auskommt. Im Sommer ist eine passive Gebäudekühlung über die Flächenheizung möglich, mit dem Effekt von bis zu 2 °C Temperatursenkung. Seit dem 15.8. gibt es für Sole-Wasser-Wärmepumpen zusätzlich 5 % Zuschuss. Wird eine über 20 Jahre alte Heizung ersetzt, erhöht sich die Förderung nochmals um 10 %. Allerdings ist eine Mindestjahresarbeitszahl von 2,7 in 2023 und 3,0 ab 2024 für Wärmepumpen zu erreichen.
Nachfolgende Tabelle zeigt für unterschiedliche Sanierungsstandards die Heizlast und sich daraus ergebenden Sondenlängen. Betrachtet wurde ein frei stehendes Einfamilienhaus mit 10 x 10 m Grundfläche und bis in den First ausgebautem und genutztem Dachgeschoss.


Die Wärmedämmung wirkt sich auch auf die Größe und Leistung der Heizflächen aus. Optimal ist eine Fußboden- oder Wandheizung mit max. 35 °C Vorlauftemperatur. Bei einer Sole-Wasser-Wärmepumpe und einer Heizungsvorlauftemperatur von 35 °C wird eine Arbeitszahl (COP) von > 4,5 erreicht, aus 1 kWh Strom werden demnach 4,8 kWh Wärme bereitgestellt. Damit lassen sich Jahresarbeitszahlen von >5 für die Beheizung erreichen.
Nachfolgende Aufstellung zeigt die grob erforderlichen Dämmstärken und die U-Werte, die grob für die Erreichung der einzelnen Dämmstandards erforderlich sind.

In nachfolgender Tabelle sind die groben U-Wert-Anforderungen auch an den Effizienzhausstandard Denkmal mit aufgeführt. Ach, bei Baudenkmälern sollten die U-Werte der einzelnen Bauteile zumindest an den Anforderungen für Einzelmaßnahmen orientiert sein. Beim Fußboden oder der Kellerdecke sind u. U. die U-Wert-Anforderungen aufgrund geringer Aufbauhöhen nicht erreichbar. Beim Dach sollte eine möglichst starke Dämmung auf einen U-Wert von 0,16- bis 0,14 W/m² angestrebt werden.

Effiziente Warmwasserbereitung in der Energieeffizienz Sanierung
Für die Energieeffizienz Sanierung spielt die Wahl der Warmwasserbereitung eine entscheidende Rolle. Eine solarthermische Anlage ist besonders empfehlenswert, da sie mit einem Wirkungsgrad von über 80 % sehr effizient arbeitet. Alternativ kann ein Elektroheizstab im Warmwasserspeicher verwendet werden, der mit überschüssigem Strom aus der Photovoltaikanlage (mit einem Wirkungsgrad von ca. 20 %) versorgt wird. Eine weitere Möglichkeit bietet die Frischwasserstation, die Warmwasser nur bei Bedarf erzeugt, ähnlich einem elektrischen Durchlauferhitzer. Diese Technologie bietet eine hohe Effizienz, insbesondere bei Temperaturen von 40-45 °C, was den Energieverbrauch der Wärmepumpe verringert.
Solarthermie kann ebenfalls einen wichtigen Beitrag leisten, indem sie die überschüssige Sonnenenergie im Sommer nutzt, um das Erdreich zu regenerieren und von April bis Oktober einen Großteil des Warmwasserbedarfs zu decken.
Kommt eine Sole-Wärmepumpe nicht infrage, muss eine Luft-Wasser-Wärmepumpe geprüft werden. Doch bei Reihenhäusern und kleinen, schmalen Grundstücken ergeben ggf. Probleme in Bezug auf den Lautstärkepegel der Anlage.
Für die Erzeugung von rein erneuerbarer Heizwärme kann ergänzend ein Solar-Luft-Kollektor zusätzlich zum Einsatz kommen, der mittels vor erwärmter Luft die Lüftungswärmeverluste abdeckt und auch zusätzlich Transmissionswärmeverluste teilweise mit abdecken kann. Der Vorteil von Luft besteht darin, dass diese sich aufgrund der geringen Dichte und Wärmekapazität über 4.000 mal schneller erwärmt als Wasser. Damit bringt die Anlage gerade im Winter deutlich eher und mehr Ertrag. Sobald die Lufttemperatur im Kollektor 20 °C beträgt, wird die Luft in den dahinterliegenden Raum eingeblasen. Allerdings scheint im Winter nicht immer bei heiterem Himmel die Sonne. Aufgrund des niedrigen winterlichen Sonnenstandes ist eine möglichst steile Aufstellung des Kollektors sinnvoll. Für den Sommer lässt sich auf Warmwasser mittels eines Luft-Wasser-Wärmeübertragers umschalten.
Was die Betriebskosten anbetrifft, sorgt die Dämmung des Gebäudes sowie die Kombination von Wärmepumpe und Photovoltaik für sehr geringe Heiz- und Energiekosten.
Die Photovoltaikanlage könnte bei einer Leistung von 10 kWp und einer Fläche von ca. 55 m² Teile des Wärmepumpenstroms decken (bis zu 80 % nach DIN 18599-9), den Haushaltsstrom mit Batteriespeicher zu bis zu 60 % abdecken, und dazu auch noch ein E-Auto laden. Für detailliertere Ergebnisse ist eine Simulation des Gesamtsystems mit einer geeigneten Software durchzuführen.
Energieeffizienz Sanierung: Fast-Nullenergie durch Wärmerückgewinnung
Eine effiziente Energieeffizienz Sanierung kann durch den Einsatz einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung optimiert werden. Diese Anlagen können ihren Antriebsstrom weitgehend durch eine Photovoltaikanlage decken. Je nach Wärmerückgewinnungsgrad von 80 bis 90 % kann bei einer Außentemperatur von 0 °C und einer Raumlufttemperatur von 20 °C die zugeführte Luft auf 16 bis 18 °C vorerwärmt werden. Mit einer solchen Lüftungsanlage können die Heizkreistemperaturen weiter gesenkt werden, da der Lüftungswärmeanteil durch eine zunehmende Dämmung des Gebäudes steigt. In hochwärmegedämmten Gebäuden kann dieser Anteil bis zu 50 % betragen und so einen Fast-Nullenergie-Standard erreichen.
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🔗 Nullenergiehaus – Wikipedia – Erfahren Sie alles über die Prinzipien und Vorteile eines Nullenergiehauses.